Photovoltaik-Speicher: Wann sich die Investition wirklich rechnet
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Speicher klingen logisch: Sonnenstrom tagsüber sammeln, abends nutzen. In der Wirtschaftlichkeitsrechnung gewinnen sie aber nur unter bestimmten Bedingungen.
Variable 1: Kosten pro kWh Speicherkapazität
Marktpreise 2026 für Lithium-Speicher: 700-1.000 Euro pro kWh nutzbarer Kapazität (inkl. Installation). Ein 10-kWh-Speicher kostet also 7.000-10.000 Euro. Wer mehrere Angebote einholt, kann 15-25 % Unterschied finden.
Variable 2: Eigenverbrauchssteigerung
Ohne Speicher liegt die Eigenverbrauchsquote typisch bei 25-35 %. Mit passendem Speicher steigt sie auf 50-70 %. Aber: ein zu großer Speicher bringt keine zusätzliche Quote, nur höhere Kosten.
Variable 3: Strompreis-Annahme über 20 Jahre
Speicher rechnen sich nur, wenn der Strompreis hoch ist oder weiter steigt. Bei konservativer Annahme (Preis stagniert um 30 Cent/kWh) ist die Amortisation grenzwertig. Wer mit deutlicher Steigerung rechnet, bekommt bessere Zahlen – muss aber die Annahme begründen können.
Variable 4: Zyklen und Lebensdauer
Lithium-Speicher haben typisch 6.000-10.000 Ladezyklen Garantie. Bei einem Zyklus pro Tag entspricht das 16-27 Jahren – im Realbetrieb meist etwas weniger durch Effizienzverluste. Die wirtschaftliche Nutzungsdauer liegt bei 12-18 Jahren.
Variable 5: Eignet sich Ihr Lastprofil?
Wer tagsüber wenig zuhause ist (klassischer Vollzeit-Job ohne Homeoffice) und keine Wärmepumpe / kein E-Auto hat, hat einen niedrigen Eigenverbrauch. Hier kann ein Speicher den Eigenverbrauch deutlich steigern. Wer hingegen schon einen hohen Tagverbrauch hat, profitiert weniger zusätzlich.
Faustregel
Ein Speicher rechnet sich am besten, wenn (a) Strompreis voraussichtlich steigt, (b) Sie wenig Tagesverbrauch haben, aber abends viel, (c) die Anlage selbst eher klein-mittelgroß ist (5-10 kWp), (d) Wärmepumpe oder E-Auto in den nächsten 5 Jahren geplant ist. Trifft eines nicht zu, sollte die Wirtschaftlichkeit konkret nachgerechnet werden.
Häufige Fragen dazu
Wie groß sollte mein Speicher sein?
Faustregel: ungefähr 1 kWh Speicher pro 1 kWp Anlage und 1.000 kWh Verbrauch. Bei 8 kWp Anlage und 4.000 kWh Verbrauch also ~5-8 kWh Speicher.
Was passiert, wenn der Speicher voll ist?
Überschüssiger Strom wird ins Netz eingespeist – Sie erhalten die Einspeisevergütung (~7-8 Cent/kWh für Anlagen bis 10 kWp).
Muss ich den Speicher anmelden?
Ja, sowohl beim Netzbetreiber als auch in der Marktstammdatenregistratur. Ihr Installateur sollte das übernehmen.