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Photovoltaik im Eigenheim: Wirtschaftlichkeit ehrlich gerechnet

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Photovoltaik wird oft als selbstverständliche Spar-Maßnahme verkauft. In Wahrheit ist es eine Investitionsentscheidung mit klaren Variablen. Wer diese Variablen versteht, kann eine ehrliche Wirtschaftlichkeit rechnen – statt einem Werbe-Bestfall zu vertrauen.

Variable 1: Spezifischer Ertrag in kWh pro kWp

Die wichtigste Größe. In Deutschland realistisch: 850–1.050 kWh pro kWp installierter Leistung und Jahr, je nach Region und Ausrichtung. Werbeangaben über 1.100 kWh/kWp gelten nur für optimale Bedingungen – nicht für reale Dächer mit Verschattung und Witterung.

Variable 2: Eigenverbrauchsquote

Strom, den Sie selbst verbrauchen, ist ungefähr 3-4× wertvoller als eingespeister Strom. Ohne Speicher liegt die Eigenverbrauchsquote typisch bei 25–35 %. Mit Speicher 50–70 %. Wer tagsüber zuhause ist (Homeoffice, Rente) und Wärmepumpe/Elektroauto nutzt, kommt höher.

Variable 3: Anlagenpreis und Speicherpreis

Marktpreise 2026 für schlüsselfertige Anlagen: ~1.300–1.700 € pro kWp ohne Speicher, mit Speicher (10 kWh) etwa 700–1.000 € pro kWh Speicher zusätzlich. Wer mehrere Angebote einholt, kann 15–25 % Unterschied finden.

Variable 4: Strompreis-Annahme

Wer mit 50 Cent/kWh in 10 Jahren rechnet, kommt zu rosigeren Ergebnissen als bei 35 Cent. Beide sind möglich, keiner ist sicher. Ehrliche Wirtschaftlichkeit rechnet mit drei Szenarien: konservativ (Strompreis stagniert), mittel (~2 % Steigerung/Jahr), optimistisch.

Variable 5: Amortisationszeit

Realistische Amortisation 2026 für ein Eigenheim mit 5–10 kWp ohne Speicher: 10–14 Jahre. Mit Speicher: 12–16 Jahre. Wer Ihnen unter 8 Jahre verspricht, rechnet mit Bestfall-Annahmen oder verschweigt Wartungs- und Versicherungskosten.

Wann sich Photovoltaik besonders lohnt

Bei hohem Eigenverbrauch (Wärmepumpe, E-Auto, Homeoffice), bei guter Süd-/Ost-West-Ausrichtung ohne Verschattung, bei stabilem Eigenkapital (Kredit drückt die Rendite) und bei Bauherren, die ohnehin eine neue Dacheindeckung machen.

Wann eher nicht

Bei stark verschattetem Dach, bei niedrigem Stromverbrauch (<2.000 kWh/Jahr), bei unsicherer Wohnsituation (Verkaufsabsicht in <8 Jahren), oder wenn die Anlage rein aus Förder-Hype gekauft wird ohne klare Eigenverbrauchs-Strategie.

Häufige Fragen dazu

Brauche ich zwingend einen Speicher?

Nein. Speicher erhöhen den Eigenverbrauchsanteil, verschlechtern aber die Amortisation. Ob er sich lohnt, hängt vom Lastprofil ab.

Was ist mit der Einspeisevergütung?

Die Einspeisevergütung deckt nur einen Bruchteil des Strompreises (Stand 2026: ca. 7–8 Cent/kWh für Anlagen bis 10 kWp). Der Hebel liegt im Eigenverbrauch, nicht in der Einspeisung.

Wie wichtig ist die Ausrichtung?

Süd ist optimal, aber Ost-West-Anlagen liefern oft besser zum tatsächlichen Verbrauchsprofil. Eine ehrliche Rechnung zeigt beide Varianten.

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