Energiekosten im Unternehmen senken: 7 Hebel ohne große Investition
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Energiekosten im Gewerbe lassen sich auf mehreren Ebenen senken – nicht jeder Hebel erfordert eine teure Anlageninvestition. Sieben Hebel, die häufig übersehen werden.
1. Lastprofil verstehen
Bei Verbräuchen über 100.000 kWh/Jahr wird viertelstündlich gemessen (RLM-Zählung). Die Lastspitzen werden separat abgerechnet. Wer seine Spitzen kennt, kann sie gezielt vermeiden – z.B. durch Lastversetzung großer Verbraucher.
2. Beschaffung in Tranchen statt Stichtag
Wer den gesamten Bedarf zu einem Stichtag einkauft, ist dem Marktpreis zu diesem Stichtag ausgeliefert. Tranchenbeschaffung – Aufteilung in 4-12 Käufe übers Jahr – mittelt das Marktrisiko aus.
3. Vertragslaufzeit anpassen
Längere Verträge (24-36 Monate) bringen oft kein besseres Konditionsverhältnis – zumindest dann nicht, wenn die Preise volatil sind. 12-monatige Verträge geben Flexibilität und ermöglichen, auf Marktveränderungen zu reagieren.
4. Stromsteuer-Ermäßigung prüfen
Produzierende Gewerbe können unter bestimmten Voraussetzungen eine Stromsteuer-Ermäßigung beantragen (Spitzenausgleich). Voraussetzung: Energie- oder Umweltmanagementsystem (z.B. ISO 50001 oder EMAS).
5. Photovoltaik mit Eigenverbrauch
Auf einem Gewerbedach wirkt PV oft besonders gut, weil der Stromverbrauch tagsüber stattfindet (genau wenn die Sonne scheint). Eigenverbrauchsquoten von 70-90 % sind realistisch – damit liegt die Amortisation oft unter 8 Jahren.
6. Anschlussleistung prüfen
Viele Betriebe zahlen für eine zu hohe Anschlussleistung, die sie real nie ausreizen. Eine technische Prüfung kann die nötige Leistung neu festlegen und damit den Leistungspreis senken.
7. Lieferantenbindung aufbrechen
Standardausschreibungen mit 2-3 alternativen Lieferanten pro Jahr disziplinieren den Bestandsanbieter und schaffen Preistransparenz. Eine ergebnisoffene Marktanalyse pro Standort lohnt sich gerade bei verstreuten Filialnetzen.
Häufige Fragen dazu
Ab welcher Größe lohnt ein professioneller Energieeinkauf?
Faustregel: ab 250.000 kWh Strom oder 500.000 kWh Gas pro Jahr lohnt eine professionelle Beschaffungsstrategie. Darunter reicht oft eine jährliche Marktanalyse.
Was ist der Spitzenausgleich?
Eine teilweise Rückerstattung der gezahlten Strom- und Energiesteuer für produzierende Unternehmen, gebunden an ein Energiemanagementsystem.